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Neues Buch: So zahlt der Staat Zuschuss zum New-York-Trip PDF Drucken E-Mail
BuchcoverEs ist soweit: Das Buch zu unserem New-York-Special ist fertig und im Handel: "Empire-State-Building statt Volkshochschule: Auf zum Bildungsurlaub in New York". Es ist genau das richtige für diejenigen, die Lust haben, ein Abenteuer zu erleben, während des Urlaubs was fürs Leben zu lernen, dafür freie Tage vom Arbeitgeber und Geld vom Staat zu bekommen.

Bildungsurlaub. Das Wort klingt zunächst nach „Einführung in die Mediation“ für gestresste Tagesmütter oder „Power Point in fünf Tagen“ für Sekretärinnen mit Aufgabenerweiterungspotenzial in der örtlichen Volkshochschule (VHS) in Hessen. Es geht aber auch anders, zum Beispiel mit einem Trip nach Nordamerika. Bildungsurlaub in New York – das klingt unglaublich, aber es funktioniert. Das zumindest sagt Reiner Silberstein,  Autor des neuen Buchs "Empire-State-Building statt Volkshochschule: Auf zum Bildungsurlaub in New York", das  beim Verlag Books on Demand (BOD) erschienen ist.
Der 39-jährige Redakteur der Braunschweiger Zeitung hat sich zusammen mit seinem Freund Volker Petzold in dieses Abenteuer gestürzt und dabei auf 128 Seiten alle Erlebnisse, Hürden, Stolpersteine und Anekdoten festgehalten – vom ersten Funken der Reiseidee bis zur Rückkehr. Hersaus kam ein Reisetagebuch, das nicht nur viele Tipps zu Hotelsuche, Buchung, Visa- und Bildungsurlaubsanträgen, Sightseeing, Fotomotiven und Literatur enthält, sondern auch erklärt, wie man Kosten spart und hinterher beim Finanzamt geltend macht.
„Ausgerechnet New York! Muss man denn erst um die halbe Welt fliegen, um sein Englisch zu verbessern?“, fragt der Autor. Zu recht – schließlich hat er noch nie Bildungsurlaub gemacht, war noch nie in der heimlichen Hauptstadt der USA, nicht einmal irgendwo in Nordamerika. Alles ist neu, und das erlaubt einen unbefangenen Blick auf die Begebenheiten und Skurrilitäten der Reise.
Das fängt aber schon bei den Vorbereitungen an – Silberstein und Petzold bekommen beim Visa-Antrag in Berlin Schweißausbrüche, als sie feststellen, dass sie keine Briefmarken dabei haben, nicht das richtige Passfoto … und obendrein das nötige Kleingeld fehlt. Dann kommt auch noch eine militärisch gedrillte Ostberlinerin ins Spiel!
In New York wundern sich die beiden, auf wie viel Deutsches sie dort treffen: nicht nur auf Touristen. Sondern auch auf Bratwurstburger, „Knackwurst“ und dunkelbraunes „Weinerschnitzel“ mit Rotkohl und Laugenbrot  (ist der Buchstabendreher Absicht?). So ein „typisch deutsches Essen“ gibt es nicht einmal zuhause.
Viel Raum nimmt im Buch neben den Ausflügen auch der Unterricht in der Sprachschule ein, der – tatsächlich –  im Empire-State-Building stattfindet. 63. Stock, phänomenale Aussicht. Nur klimatechnisch scheint das Gebäude aus den 20er Jahren ein Desaster zu sein. Silberstein beschreibt ausführlich den Einstufungstest und den Unterricht: „Der ist anders, als ich befürchtet habe: Es ist wirklich keine Paukerei, viel mehr Plauderei (kommt den Frauen irgendwie gelegen, habe ich das Gefühl).“ Sprachlos bleiben die Teilnehmer allerdings, als sie sich über die Dialoge in den ersten zehn Minuten des Films „Gangs of New York“ auslassen sollen: „Wir schauten und schauten, aber am Anfang gab es nicht sooo viel zu diskutieren. Erst einmal nur blutiges Gemetzel.“ Der Dozent: „Oh, cool. Sorry guys, there are very less dialogs.“ (Oh, cool. Entschuldigt Leute, da sind ja sehr wenige Dialoge.)
Alles in allem ist das Buch eine leichte Lektüre, die nicht nur für Bildungsurlauber interessant sein dürfte, sondern generell für Sprachkurs-Reisende und für alle, die sich für New York interessieren. Denn ganz nebenbei gibt es reichlich Tipps zur Hotelsuche, Flugbuchung, zu weiterer Literatur (ja, einen ganzen Reiseführer-Test), zu CDs und Internetseiten rund um den Big Apple. Und das Ganze ist auch noch garniert mit den wirklich beeindruckenden Aufnahmen eines geübten Pressefotografen.

Fakten
Reiner Silberstein: "Empire-State-Building statt Volkshochschule: Auf zum Bildungsurlaub in New York"

Broschiert: 128 Seiten
Verlag: Books on Demand; 1. Auflage
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3842375307
Größe: 21,4 x 13,2 x 1,2 cm
Illustration: 44 Fotos, davon 11 in Farbe
Preis: 13,90 Euro

Autor
Reiner Silberstein, geb. 1972, ist Redakteur der Braunschweiger Zeitung mit einem Faible für die Fotografie. Der Diplom-Politologe  ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt zwischen Braunschweig und Wolfsburg. Bildungsurlaub hat er nie zuvor in seinem Leben gemacht. Er war auch noch nie in New York, nicht einmal in Nord- oder Südamerika. Die Reise war also völliges Neuland für ihn.

Leseproben
Volker und ich haben gestern erstmals amerikanisches Hoheitsgebiet betreten – bei den Visa-Interviews in der US-Botschaft in Berlin. Ein Erlebnis für sich! Und zwar eins mit Schocksituationen, Lachern und notorischem Kleingeldmangel. …
Bei der Ankunft standen schon rund 30 Leute vorm Eingang Schlange – alles Visa-Antragsteller. Ein deutscher Polizist schickte schon einmal einen jungen, schlanken, großen Kerl mit dunkler Brille und weißem Hemd nach Hause – „tut mir Leid, mit Tasche dürfen Sie da nicht rein.“ Ein farbiger Amerikaner war dafür zuständig, die Menschen in Fünfergrüppchen durch den Metalldetektor zu schleusen – „the next five, please!“
Drinnen waren wir erst einmal geschockt. Eine Frau in Uniform und Berliner Akzent hatte einen Ton am Leib, der uns erstarren ließ: „Auf meine Ansage: Links um den roten Pfeiler, da warten, bis ein Platz an den Stehpulten frei wird. Papiere nach der grünen Liste sortieren, abarbeiten! Bleiben Dokumente an den Plätzen liegen, können Sie die im Mülleimer suchen. Dann wieder anstellen!“ Junge, Junge! Aber das lag wohl nur daran, dass die Frau diese Anweisung 50-mal am Tag abzuspulen hatte.
Volker bekam einen Schweißausbruch: „Verdammt, wo ist denn Seite 1 des ersten Formulars?!“ Zusammen fanden wir ihn, aber keinen frankierten Umschlag. „Ah, Volker, jetzt weiß ich auch, warum am Eingang ein Briefmarkenautomat steht“, sagte ich. Bingo! Aber da war es wieder: unser Kleingeldmangel. Denn Marken gab es nur gegen Münzen. Nun erwies sich die Einweiserin aber als wahre Hilfskraft – auf der Suche nach jemanden, der wechseln konnte – sehr freundlich dazu. Aber auch ich brauchte noch papierloses Geld. Meine mühsam selbst erstellten Passfotos (siehe vorheriger Beitrag) fielen durch – nicht wegen meines gelobten Lächelns, sondern wegen eines Schattens am linken Gesichtsrand durch das Blitzlicht. Also schickte man mich in den ersten Stock. Dort stand ein Passbildautomat – 6 Euro kostete ein neues Abbild. Ach, und da war auch wieder der große Schlanke, nun mit schweißgetränktem Hemd. Er wurde erneut vor die Tür geschickt – ihm soll die Bescheinigung von Roskos&Meier gefehlt haben, sagt Volker.
Tja, und wer sein Kleingeld nicht auf die beschriebene Weise verprassen konnte, der vergnügte sich am Getränke- oder Süßigkeiten-Automaten (natürlich mit original amerikanischen Snacks). Nachdem man seine Papiere am ersten Schalter abgeben durfte, hieß es noch einmal, bestimmt 20 Minuten zu warten. Man wurde namentlich zum nächsten Schalter aufgerufen, hatte seine Finger auf einen Scanner zu legen und ein paar Fragen zu beantworten: „Was haben Sie in den USA vor? Warum? Was machen Sie beruflich?“ Und schließlich erfährt man: „Ihr Visum ist genehmigt, Sie bekommen es demnächst per Post.“ Yes! Unsere ganzen Unterlagen als Beleg für unsere festen sozialen Kontakte zu Ehefrau, Kindern und so weiter wollte überhaupt niemand sehen.
Insgesamt haben Volker und ich rund zwei Stunden unseres Lebens in der Botschaft verbracht.

Heute scheint Deutscher Sonntag in New York gewesen zu sein. An welchen touristischen Attraktionen wir uns auch bewegten – Times-Square oder Rockefeller – überall waren sie zu hören, die Teutonen. Auf Ellis Island wunderten wir uns, warum die deutsche Flagge das Bild beherrschte, zumindest im Restaurant. „Feiern Sie mit uns das deutsche Erbe!“, hieß es dort auf einem Plakat. Deshalb gab es auch Bratwurstburger, „Knackwurst“ (eigentlich eine Bockwurst) und dunkelbraunes „Weinerschnitzel“ (war der Buchstabendreher Absicht?) mit Rotkohl und Laugenbrot. Aha, das ist also das deutsche Erbe?! Ich habe mich lieber für den „All American Burger“ entschieden.

Heute mussten wir früh aufstehen, um 5.50 Uhr, damit wir den Bus nicht verpassen. Heute war ja der erste Tag in der Schule – der Sinn und Zweck der ganzen Reise, wenn man es so nennen will. 8.30 Uhr mussten wir da sein. Der erste Tag bestand aber nur aus einer Einführung, Hinweisen und einem Einstufungstest, nach dem man in die Kurse eingeteilt wird.
Lee Russler, der Academic Manager, begrüßte die rund 100 neuen „Students“ – so wie jeden Montag offensichtlich. Er erklärte, wie die Stundenpläne aufgeteilt sind, die Schule, die Buchausleihe, die Computerlernprogramme, usw. Aber auch, dass wir die Toilettenspülung bitte nicht mit den Füßen betätigen sollen – dabei seien schon einmal Hebel abgebrochen, und es habe eine große Überschwemmung gegeben. Und es war nicht zu überhören: Es waren eine Menge Deutsche unter den Neuen. Das merkte man spätestens, wenn die Namen aufgerufen wurden, um seine Unterlagen entgegenzunehmen. Für die Wartezeit zwischendurch standen Kaffee, Bagels und Muffins zur Verfügung – zweites Frühstück.
Texte von CD hören und lesen und danach Striche auf einem computerlesbaren Zettel machen – so lautete dann die Aufgabe für etwa eine halbe Stunde. Reine Konzentrationssache dachte ich erst, aber irgendwann habe ich mich einfach nur noch von meinem Gefühl leiten lassen („Luke, vertraue der Macht ...“), weil man sonst ins Schleudern kam. Mittags hatten wir etwas frei.

Als erstes hatte ich also heute Morgen Unterricht in meiner Proficiency-Klasse, bei Egor. Wirklich ein kleiner, quirliger Typ, der durch das geschäftige New York mit dem Rad zur Arbeit fährt (das ist nicht die Regel in dieser Stadt!), mit Fahrradhelm auf dem Wuschelkopf. Thema dieser Woche sollen Bildungssysteme sein – da wir alle aus verschiedenen Ländern kommen, kann man die gut vergleichen – drei aus Deutschland, zwei aus der Schweiz, aus Spanien, Korea, Brasilien,Venezuela und von wo ich weiß nicht mehr. In anderen Kursen sind noch Japaner, Italiener, Franzosen usw. Aber natürlich ist so ein Thema auch recht anspruchsvoll, zumindest, was die Vokabeln angeht.
So läuft der Unterricht ab: Erst wird ein wenig allgemein über das Thema gesprochen, darüber, was einem dazu einfällt. Dann sollen wir zu zweit oder in Kleingruppen diskutieren, uns Notizen machen, anschließend unsere Ergebnisse vortragen. Manchmal gibt es auch mal die Aufgabe, eine halbe Stunde lang einen Text zu verfassen, den Egor bis zum nächsten Mal korrigiert. Andere Möglichkeit sind exercises (Übungen) zu zweit, zum Beispiel Sätze mit bestimmten, vorgegebenen Wörtern zusammenstellen. Und ganz nebenbei lernt man unglaublich viele Vokabeln, die Tafel ist stets voll davon. Der Unterricht ist anders, als ich befürchtet habe: Es ist wirklich keine Paukerei, viel mehr Plauderei (kommt den Frauen irgendwie gelegen, habe ich das Gefühl). Und das ist ja das, was mir noch reichlich fehlt.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter bei Drew in Raum 16. Passend zu meinem Beruf arbeitet der junge Lehrer des Wahlfachs current events viel mit Zeitungsartikeln. Hausaufgaben haben wir auch schon bekommen – für mich die ersten seit zehn Jahren. Bis zum nächsten Mal sollen wir einen Artikel aus irgendeiner Zeitung oder aus dem Internet mitbringen, der uns interessiert – und ihn natürlich mit eigenen Worten zusammenfassen.
Heute haben wir es uns aber auch gleich so richtig gegeben – wir haben auch noch einen Study-Club besucht (nachdem wir den Raum endlich gefunden haben): Filmclub mit Volkers Klassenlehrer (verdammt, ich habe den Namen vergessen). Warum wir zwei die einzigen waren, ist mir völlig schleierhaft. Denn erst schaut man ein paar Szenen eines bekannten Films und diskutiert dann ein wenig über die Inhalte. Auf uns wartete heute „Gangs of New York“ mit Leonardo di Caprio. Wir schauten und schauten, aber am Anfang gab es nicht sooo viel zu diskutieren (erst einmal nur blutiges Gemetzel, „Oh, cool. Sorry guys, there are very less dialogs.“). Nachher aber schon. Gut, dass wir uns vorher schon intensiv zur Geschichte der Stadt eingelesen hatten ... „Ach, das spielt bestimmt in der Bowery“, „Da kämpfen die Iren gegen die in den Staaten geborenen“, ... Wo Five-Points liegt, wusste nicht einmal Volkers Lehrer.

Übrigens bekommt man hier auch die neusten Modetrends aus NY mit, die sicherlich bald nach Deutschland schwappen. Uns fällt auf, dass hier fast alle Frauen mit Leggins in Stiefeln herumlaufen, darüber ein langes Shirt oder ein kurzer Rock. Aber der Hit kam, als das Wetter schlechter wurde: Kaum fielen ein paar Tropfen vom Himmel, liefen alle in langen, bunten Gummistiefeln herum. Das sieht vielleicht aus! Als erwarten sie überschwemmte Straßen.

Nachdem wir uns noch ein bisschen die Zeit im Macy's vertrieben haben (habe mir noch eine Mütze gekauft und Volker hat noch was für seine Family gesucht, aber nicht gefunden), waren wir noch auf der Plattform oben im Empire-State-Builing. Die kennt vielleicht der eine oder andere aus dem Film „Schlaflos in Seattle“ mit Tom Hanks und Meg Ryan.
Das war ein grandioser Ausblick! Ein Meer von Lichtern! Die einzigen Flecken, die nicht leuchteten, waren die Flüsse und der Central-Park. Aber man muss schon ein wenig Geduld haben – zur Sonnenuntergangszeit sind so viele Leute oben, dass man sich erst einmal den Weg bis zum Außengitter freikämpfen muss. Ich wollte meiner Frau von da oben noch eine SMS schicken, aber leider hat man dort keinen Handy-Empfang. Zumindest hatte ich keinen.

Informationen
Haben Sie Fragen an den Autor oder haben Sie Interesse an einem Interview? Dann ist er unter der Mail-Adresse die(AT)silbersteine.de zu erreichen.
Journalisten können sich direkt beim Verlag Rezensionsexemplare des Buchs bestellen, und zwar unter den Adressen:
http://bod-newsroom.com/
http://www.bod.de/index.php?id=3144

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 19. Juli 2012 )
 
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